Julian Steckel

Violoncello

„Wenn du nur ein Zimmer einer Wohnung kennst und nicht weißt, dass die Wohnung noch sieben weitere hat, kannst du nicht einmal das Zimmer verstehen."
Julian Steckel
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Musik entsteht aus einer Erfüllung. Das Publikum spürt, ob auf der Bühne jemand empfindet, was er ausdrückt, oder imitiert, was er glaubt, empfinden zu müssen. Julian Steckel spielt wie jemand, der etwas Lebendiges zu teilen hat.
„Als Interpret vertraue ich meiner inneren Landschaft immer mehr und lasse das Publikum hinein. Es ist eine Verwundbarkeit, die einen letztlich aber stärker macht.“ Das sagt der Cellist Ende 2018, dem Jahr, in dem sein erstes Kind geboren wurde. Seine Überzeugungskraft ist gewachsen, die eigenen Bilder sind reicher geworden.

Steckel ist bereit, sich für die Musik und sein Publikum in die Waagschale zu werfen. Er ist sich dabei seiner Verantwortung für das bewusst, was häufig der ‚Wille des Komponisten‘ genannt wird: In der ernsthaften Auseinandersetzung mit der Partitur spürt er den Verbindungen nach, die ein Stück im Inneren zusammenhalten. „Wenn du nur ein Zimmer einer Wohnung kennst und nicht weißt, dass die Wohnung noch sieben weitere hat, kannst du nicht einmal das Zimmer verstehen.“ Wenn er auf die Bühne geht, weiß man die Musik bei ihm gut aufgehoben, freut sich darauf zu hören, was er in ihr findet, verlässt sich darauf, was die Musik durch ihn sagen will.
„Was passiert dabei? Es gerät die Musik in den Mittelpunkt. Man merkt plötzlich, man sitzt da nicht drin um einem Star zu lauschen, sondern tatsächlich um Haydn, Schumann, Dvorak oder neue Musik zu entdecken.”Süddeutsche Zeitung / Auftakt, Harald Eggebrecht, Februar 2016
Erfahrungen, Erinnerungen, Orte, Begegnungen häuft das Leben automatisch an. Was einen Menschen auszeichnet ist, wie er daraus hervorgeht: Nach dem Gewinn des ARD-Musikwettbewerbs 2010 ging Julian Steckels Solokarriere los. Seitdem trat er mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und den Sankt Petersburger Philharmonikern auf. Er arbeitete unter anderem mit den Dirigenten Christoph Eschenbach, Sir Roger Norrington, Valery Gergiev, Jakub Hrůša, Mario Venzago, Fabien Gabel, John Storgårds, Lahav Shani, Antony Hermus, Christian Zacharias und Michael Sanderling. Im Bereich der Kammermusik gehören und gehörten Janine Jansen, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Renaud Capuçon, Veronika Eberle, Vilde Frang, Karen Gomyo, Antoine Tamestit, Lars Vogt, Elisabeth Leonskaja, Paul Rivinius, Denis Kozhukhin und die Quartette Modigliani, Armida und Ébène zu seinen Partnern.

Wenn Steckel über bisherige Stationen und Begegnungen spricht, dann merkt man: Er lässt sich nicht von äußeren Erwartungen treiben, sondern vertraut einem organischen Wachsen, den Dingen, die auftauchen, wenn man mit einem wachen Bewusstsein durch das Leben geht.

Sein Spiel ist von einer Mühelosigkeit, die keine technischen Grenzen zu kennen scheint. Eine energische Kraft, die aus wenig Aufwand entsteht. Etwas, was viele suchen und nur wenige finden. Talent und die Kindheit im musikalischen Elternhaus sieht er als Geschenk, genau wie die Begegnung mit seinen Lehrern.
„Schon mein erster Lehrer hatte Leichtigkeit und Einfachheit zum Kernprinzip des Spielens erhoben. Hör dir zu, plane, was du tust, mach es lieber gleich richtig. Dieser Einsicht verdanke ich eigentlich alles.“ Julian Steckel studierte bei Ulrich Voss, bei Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje Weithaas. Heute unterrichtet er selbst, als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München.
In der laufenden Saison gibt Julian Steckel sein Debüt mit dem Münchner Kammerorchester (Clemens Schuldt), dem Orchestra della Toscana (Alexander Mayer) und dem MDR-Sinfonieorchester Leipzig unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Wiedereinladungen führen ihn u.a. zum Nationaltheater-Orchester Mannheim, dem Belgrade Philharmonic Orchestra, dem Orchestre Symphonique de Québec (Otto Tausk) sowie dem Kristiansand Symfoniorkester und dem Auckland Symphony Orchestra, gemeinsam mit Giordano Bellincampi. Daneben bleibt Kammermusik für ihn Inspirationsquelle und kommunikativer Nährboden: u.a. bringt er mehrmals den kompletten Zyklus der Beethoven Sonaten für Violoncello und Klavier mit Paul Rivinius zum Klingen und ist auf Australien-Tournee mit dem Skride Quartett sowie im Trio mit Karen Gomyo und Olli Mustonen.

Saison 2019/2020
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Kontakte: Arnold Simmenauer, Oda Caspar

Bilder

Programm

2020 / 2021
Streichtrio
mit Tobias Feldmann (Violine) und Lise Berthaud (Viola)

Beethoven: Streichtrio op. 9 Nr. 1 G-Dur

Veress: Streichtrio

***

Mozart: Präludium und Fuge KV 404a Nr. 2 g-Moll

Dohnanyi: Serenade für Streichtrio

Klarinetten-Quartett
mit Sharon Kam (Klarinette), Antje Weithaas (Violine) und Enrico Pace (Klavier)
18.–26. Oktober 2020

u.a. Hindemith: Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (1938)

Klarinetten-Trio
mit Sharon Kam (Klarinette) und Enrico Pace (Klavier)
01.–07. März 2021
Beethoven: Gassenhauer Trio op.11
Webern: Drei kleine Stücke op. 11
Rota: Allegro giusto für Klarinette, Violoncello und Klavier
***
Berg: Vier Stücke op. 5
Brahms: Trio a-Moll für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 114
2021 / 2022
Solo (1)

Hindemith: Sonate für Cello solo

Ligeti: Sonate für Cello solo

Dutilleux: Trois Strophes sur le nom de Sacher

***

Kodaly: Sonate für Cello solo

Solo (2)

Bach: Die Suiten für Cello solo BWV 1007-1012

Duo (1)
mit William Youn (Klavier)
16.-27. Februar 2022

Boulanger: Trois pièces (1914)

Mendelssohn: Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 D-Dur op. 58 MWV Q 32

***

Martinů: Variationen über ein Thema von Rossini

Schostakowitsch: Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40

Duo (2)
mit Paul Rivinius (Klavier)
19.-24. Oktober 2021

Boulanger: Trois pieces (1914)

Saint-Säens: Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 c-Moll op. 32

oder Poulenc: Sonate für Violoncello und Klavier

Piazzolla: Le Grand Tango

***

Martinů: Variationen über ein Thema von Rossini

Brahms: Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 99

Streichtrio
mit Tobias Feldmann (Violine) & Lise Berthaud (Viola)

Beethoven: Serenade für Streichtrio D-Dur op. 8

oder Dohnanyi: Serenade für Streichtrio C-Dur op. 10

Ysaye: Streichtrio „Le Chimay“

***

Mozart: Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563

Quartett
mit Sharon Kam (Klarinette), Antje Weithaas (Violine) und Enrico Pace (Klavier)
4.-14. November 2021
Hindemith: Sonate für Klarinette und Klavier B-Dur

Bartók: Kontraste Sz 111 für Violine, Klarinette und Klavier

***

Brahms: Klaviertrio Nr. 3 c-Moll op. 101

Hindemith: Quartett für Klavier, Violine, Klarinette und Cello

Diskografie

Zoltan Kodaly: Solo Sonata and Duos
Zoltan Kodaly
Cello Sonata op. 4; Sonata op. 8 for solo cello; Duo op. 7 for violin and cello

Antje Weithaas - violin
Paul Rivinius - piano

C.P.E. Bach: Cello Concertos
C.P.E. Bach
Cello Concerti in A Minor, Wq. 170, B-Flat Major, Wq. 171 & A Major, Wq. 172

Stuttgarter Kammerorchester
Susanne von Gutzeit - conductor

French Cello Sonatas Vol.2
Franck
Cello Sonata A Major

Fauré
Romanze op. 69; Berceuse op. 16; Elegie op. 24; 3 Romanzen op. 17

Saint-Saens
Cello Sonata No. 2 op. 123

Paul Rivinius - piano

Rachmaninoff - Prokofiev
Sergei Rachmaninoff
Cello Sonata in G minor, Op. 19 & 2 Pieces, Op. 2

Sergei Prokofiev
Cello Sonata in C major, Op. 119

Ravel: Sonata for Violin and Cello
Maurice Ravel
Violin Sonata op. posth.(1897); Sonata for violin and cello; Violin Sonata (1927)

Paul Rivinius - piano
Lena Neudauer - violin

Martha Argerich & Friends - Live from Lugano Festival 2011
Works by Ravel, Shostakovich, Beethoven, Rachmaninoff, Haydn, Mozart and Liszt
With Martha Argerich, Renaud & Gautier Capucon, Alissa Margulis, Sergio Tiempo, Alessandro Stella, Dora Schwarzberg, Lucia Hall

French Cello Sonatas: Poulenc, Saint-Saëns, Debussy, Boulanger & Fauré
Poulenc
Cello Sonata (1948)

Faure
Papillon op. 77; Sicilenne op. 78; Apres un rêve

Debussy
Cello Sonata (1915)

N. Boulanger
3 Pieces

Saint-Saens
Cello sonata op. 32

Paul Rivinius - piano

Korngold, Bloch & Goldschmidt: Cello Concertos
Korngold
Cello concert C Major op. 37

Bloch
Schelomo

Goldschmidt
Cello concerto op. 23

Daniel Raiskin - conductor
Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Mendelssohn: Works for Cello and Piano
Felix Mendelssohn Bartholdy
Cello Sonatas Nr. 1 & 2 opp. 45 & 58
Variations concertantes op. 17
Lied ohne Worte op. 109

Paul Rivinius - piano

Spannungen 2005: Johannes Brahms
Johannes Brahms
Piano Quartet Op.34 & Sextet Op. 36

Lars Vogt - piano
Isabelle Faust - violin
Christian Tetzlaff - violin
Veronika Eberle - violin
Hanna Weinmeister - viola
Stefan Fehlandt - viola
Gustav Rivinius - cello


Videos

Schumann Cello Concerto live/Julian Steckel/Christian Zacharias/Göteborgs Symfoniker

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