Ein Konzert des Quatuor Ébène ist weit mehr als ein musikalischer Abend, es ist ein Erlebnis, das berührt und inspiriert.
Seit fast drei Jahrzehnten begeistert das Quartett mit Interpretationen, die vertraute Werke in neuem Licht erscheinen lassen. Durch künstlerische Exzellenz gepaart mit klanglicher Flexibilität und einer enormen rhythmischen Präzision entstehen Konzerterlebnisse, die lange nachklingen.
Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág folgte der beispiellose und herausragende Sieg beim ARD Musikwettbewerb 2004. Damit begann der Aufstieg des Quatuor Ébène, der in zahlreiche weitere Preise und Auszeichnungen mündete. So wurde das Quartett z. B. 2005 mit dem Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung ausgezeichnet, war 2007 Preisträger des Borletti-Buitoni Trusts und wurde 2019 als erstes Ensemble mit dem Preis der Frankfurter Musikmesse geehrt. Im August 2026 folgte der Musikfest-Bremen Preis, mit dem herausragende internationale Künstler:innen für ihren Beitrag zur Bereicherung und Weiterentwicklung des internationalen Musiklebens geehrt werden.
Im Januar 2021 wurde das Quartett von der Hochschule für Musik und Theater München beauftragt, im Rahmen der neugegründeten Quatuor Ébène Academy eine Streichquartett-Klasse aufzubauen. Seit der Saison 21/22 gestaltet das Quartett gemeinsam mit dem Belcea Quartet einen Zyklus im Wiener Konzerthaus. In der Saison 23/24 war es Residenzensemble in der Philharmonie Luxembourg und von 22/23 bis 24/25 Quatuor en résidence à Radio France mit jeweils 3 Konzerten pro Saison in Paris. Beim Beethovenfest Bonn sind die vier Musiker:innen in 2026 Residenz-Quartett.
„Besonders ist der Klang. Er kommt mit sehr wenig Vibrato aus, bleibt offen und transparent, kann im Forte etwas Gläsernes, fast Orgelartiges annehmen und in den leiseren Passagen auf intime Weise flüstern. Man hört den Bogen auf der Saite, das Instrument beinahe atmen”Berliner Tagesspiegel, Mai 2026
Neben dem traditionellen Repertoire taucht das Quartett auch immer wieder in andere Stile ein, wie schon 2009 die New York Times festhielt: „Ein Streichquartett, das sich mühelos in eine Jazzband verwandeln kann.“ Was 1999 als Zerstreuungsübung vier junger Musiker in den Proberäumen der Universität begann – Improvisieren über Jazz-Standards & Pop-Song – wurde zu einem Markenzeichen des Quatuor Ébène. Bis heute hat das Quartett in diesen Genres drei Alben veröffentlicht, Fiction (2010), Brazil (2014) und Eternal Stories (2017).
Der freie Umgang mit diversen Genres erzeugt eine Spannung, die jeden Aspekt ihres künstlerischen Wirkens befruchtet. Diese Vielschichtigkeit wurde von Beginn an begeistert von Publikum und Kritikern aufgenommen.
Die Alben des Quatuor Ébène mit Aufnahmen von Bartók, Beethoven, Debussy, Haydn, Fauré und den Geschwistern Mendelssohn wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gramophone, BBC Music Magazine und dem Midem Classic Award. 2015 und 2016 widmeten sich die Musiker sich dem Thema „Lied“. So wirkten sie an dem Album Green (Mélodies françaises) von Philippe Jaroussky mit. Für ihr Schubert-Album kollaborierten sie einerseits mit Matthias Goerne (Lied-Arrangements für Streichquartett, Bariton und Kontrabass von Raphaël Merlin), andererseits mit Gautier Gapuçon (Streichquintett in C-Dur, D 956).
Gemeinsam mit Antoine Tamestit hat das Quatuor Ébène die Mozart-Streichquintette KV 515 und KV 516 eingespielt, die im Frühjahr 2023 erschienen sind. Das Album wurde mit Preisen wie dem Choc Classica, Diapason d'Or und Gramophone of the Month ausgezeichnet. 2026 folgte ein Oktettalbum (Enescu & Mendelssohn) mit ihren Kolleg:innen vom Belcea Quartet, das bereits mit dem Opus Klassik ausgezeichnet wurde.
Allen voran steht die Einspielung der 16 Streichquartette Beethovens. Zwischen Mai 2019 und Januar 2020 nahm das Quartett diese in einem weltumspannenden Projekt auf sechs Kontinenten auf. Mit dieser Gesamteinspielung zelebrierten die vier Franzosen zugleich ihr 20. Bühnenjubiläum. In der aktuellen Saison steht der Beethoven Streichquartett-Zyklus noch einmal im Zentrum mit Aufführungen in den großen Sälen Europas, wie der Berliner Philharmonie, in Nordamerika in der Carnegie Hall in New York City und Asien in der Suntory Hall in Tokyo, um nur einige zu nennen. Darüber hinaus gastieren sie bei einigen Zyklen gemeinschaftlich mit dem Belcea Quartet, wie in der Tonhalle Zürich, im Wiener Konzerthaus und der Philharmonie Luxembourg.
Instrumente
Pierre Colombet spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1717, die 'Piatti', die ihm freundlicherweise von einem großzügigen Sponsor über die Beares International Violin Society ausgeliehen wurde.
Gabriel Le Magadure spielt eine Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1710, die 'King George', eine großzügige Leihgabe der Stradivari Stiftung Habisreutinger-Huggler-Coray.
Marie Chilemme spielt eine Bratsche von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1734, die 'Gibson', ebenfalls eine großzügige Leihgabe der Stradivari Stiftung Habisreutinger-Huggler-Coray.
Yuya Okamoto spielt ein Cello von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1698, das 'De Kermadec-Bläss', ebenfalls eine großzügige Leihgabe der Stradivari Stiftung Habisreutinger-Huggler-Coray.
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